Blutegel (wissenschaftlicher Name: Hirudo medicinalis) werden unter medizinischen Gesichtspunkten schon seit Jahrtausenden verwendet.

Grundsätzlich können Blutegel bei allen Krankheiten, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen, eingesetzt werden. Häufig findet die Blutegeltherapie Anwendung bei Krampfadern, Besenreisern, Venenleiden, Arthrose und Tinnitus.

Die Blutegel werden in speziellen kontrollierten Zuchtgewässern herangezogen, so dass sie keine Krankheitserreger übertragen. Den Würmern wird hierzu sogar ein Gesundheitszeugnis erstellt. Eine Blutegeltherapie sollte immer von einem speziell dazu ausgebildeten Arzt oder Therapeuten durchgeführt werden.

Beim Ansetzen des Blutegels geschieht folgendes: der Blutegel "sprüht" einen "Weichmacher" auf die Haut, der die Poren öffnen soll. Mit seinen Zahnfeilen (die im Kopf des Blutegels untergebracht sind) dringt der Egel in die Haut ein. Dann gibt er seinen Speichel in die Öffnung. Das Ganze ist für den Patienten nicht schmerzhafter als ein Mückenstich.

Während des Saugens scheidet der Blutegel ein Sekret in die Wunde ab. Dieses enthält unter anderem eine Substanz, die die Blutgefäße erweitern. Zudem wird Hirudin abgegeben, das die Blutgerinnung hemmt. Im Sekret sind noch weitere Substanzen enthalten, die unter anderem gerinnungs- und entzündungshemmende Eigenschaften besitzen.

Dass der Egel ein Sekret in den Körper abgibt ist der entscheidende Unterschied zu den anderen blutentziehenden Maßnahmen (z. B. Aderlass, blutiges Schröpfen).

Nach 20 Minuten bis 2 Stunden ist der Egel gesättigt und lässt los. Ein Tier nimmt ca. 10 bis 20 ml Blut auf, daher wird diese Therapieform oft auch als "Mini-Aderlass" bezeichnet. Über die Anzahl der Blutegel, die "gesetzt" werden, entscheidet der Therapeut. In der Regel werden 2-5 Tiere eingesetzt.

Ein Nachbluten ist erwünscht und sollte nicht unterbunden werden, denn es erhöht die Wirksamkeit der Blutegeltherapie und hat eine entstauende Wirkung. Außerdem wird dabei die Wunde von Keimen befreit. Das Nachbluten selbst dauert in der Regel bis zu 12 Stunden. Am Tage der Blutegeltherapie sollte der Patient körperliche Anstrengung vermeiden. Die Wunden werden in den nächsten Tagen bis zur Verheilung kontrolliert.

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Text: www.zentrum-der-gesundheit.de